Gedenken an Reichspogromnacht

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Celle (mi). An die Reichspogromnacht vor genau 62 Jahren wollten sie erinnern und daran, dass sie nicht tatenlos zusehen, wenn Neonazis heute wieder braune Parolen in der Öffentlichkeit verbreiten: Knapp 100 Celler beteiligten sich gestern an einem alternativen Stadtrundgang, bei dem Orte angesteuert wurden, die an Nazi-Opfer und die Täter des NS-Regimes erinnerten.
"Wir wollen an die Verbrechen des Dritten Reiches erinnern und deutlich machen, dass wir ähnliche Entwicklungen heute verhindern müssen", sagte Tom Seibert vom "Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus" beim Start des Spazierganges am Mahnmal für die im April 1945 von alliierten Bomben und Celler Bürgern getöteten KZ-Häftlinge.
Reinhard Rohde erläuterte die verschiedenen Stationen am Weg, der vorbei am ehemaligen NSDAP-Hauptquartier in der Trift (heute sind dort Volkshochschule und DGB untergebracht) über den Thaer- Platz (damals "Adolf-Hitler-Platz") hin zu ehemals jüdischen Geschäften in der Innenstadt bis zur Synagoge führte. Gruppen, die so mehr über Celles braune Vergangenheit erfahren wollen, können sich unter Telefon (0175) 7887579 für ähnliche Führungen anmelden.
Der gestrige Gedenktag des Forums wurde durch einen Mahngottesdienst in der Stadtkirche und einen Vortrag von Dr. Sybille Obenaus im Urbanus-Rhegius-Haus über die Tradition jüdischer Gemeinden in Celle abgerundet.

Aus: Cellesche Zeitung vom 10.11.2000

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