Stationen

  • Seit 1906 lebte Victor Roberg (geb. 1884) in Celle, wo er zunächst im Warenhaus Gebrüder Freidberg beschäftigt war. Nachdem er sich mit der Übernahme einer Vertretung der Firma F. Machunsky (Marburg) für Öle und Wachse, Am Heiligen Kreuz 5, zunächst selbständig gemacht hatte, eröffnete er 1919 Am Markt 17 ein Manufaktur- und Modewarengeschäft; parallel betrieb er ein Wandergewerbe. 1929 zog...
  • Seit 1910 war Jakob Löwenstein Inhaber eines Schuhgeschäfts in der Zöllnerstraße 44, das ab 1933 die Celler Alleinvertretung für Salamander-Schuhe hatte. Der Sohn Erich trat 1936 als Gesellschafter in das väterlicher Geschäft ein. Bedingt durch den Rückgang des Umsatzes infolge der NS-Boykottkampagnen gegen jüdischen Geschäfte mussten die Löwensteins noch vor dem Pogrom im Jahr 1938 an das "...
  • Seit 1927 führte der Kaufmann Heinrich Hellmann (geb. 1894) ein Textilgeschäft in der Mauernstraße 38; vorher hatte er für einige Jahre sein Geschäft im Haus Am Heiligen Kreuz 30. Dann konnte er aber das günstiger gelegene Haus Mauernstraße 38 kaufen und verlegte auch seinen Laden dorthin. Mit seiner Frau Bella (geb. 1897) hatte er zwei Kinder: Emil-Jakob (...
  • In Celle hatte die Deutsche Arbeitsfront (DAF) ihre Geschäftsstelle in der Mauernstraße 50, der Leiter war Stadtrat Fritz Schulze. Mitte der 1930er Jahre kam die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) mit ihrem Obmann Walter Bennat dazu.
  • Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF) war eine Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront. Ihre Aufgabe war es, die Freizeit der Bevölkerung im Sinne des Nationalsozialismus zu gestalten, indem sie ein umfangreiches kulturelles Veranstaltungsprogramm und Reisen anbot. Mit einem besonderen Augenmerk auf die Zielgruppe der Arbeiter sollten Privilegien abgebaut und so...
  • Der Totalitätsanspruch der nationalsozialistischen Herrschaft erstreckte sich auch auf die Kirchen. Der Versuch, über die Bewegung der „Deutschen Christen“ (DC) Einfluss in den Gemeinden zu gewinnen, scheiterte in Celle jedoch weitgehend. Die kirchenfeindliche Haltung der NSDAP führte zu Konflikten mit der Hannoverschen Landeskirche ebenso wie im Raum der Celler evangelischen Kirchengemeinden....
  • Das Verhältnis zwischen Kirche und nationalsozialistischem Staat war in Stadt und Landkreis Celle ambivalent. Ein Beispiel für einen Konflikt zwischen Kirche und Partei war die sogenannte „Celler Judentaufe“.
  • Die Polizei befand sich im Gebäude Bergstraße 46. Oberster Dienstherr der Celler Ortspolizeibehörde, die nur für das Stadtgebiet zuständig war, war der Oberbürgermeister. Die Behörde verfügte auch über eine Kriminalabteilung. Kreisleiter Pakebusch übernahm 1933 in seiner Eigenschaft als Bürgermeister die Leitung der Celler Polizei. Wie überall sollten auch bei der Polizei politische Gegner aus...
  • Vorläufer des „Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps” (NSKK) war eine 1922 gegründete Transportabteilung der SA, die 1930 zum „Nationalsozialistischen Automobil-Korps“ wurde. Als „Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps“ war der Verband seit 1931 eine Sondereinheit der SA, bis das NSKK 1934 mit der Motor-SA vereinigt und zu einer Gliederung der NSDAP mit eigenem Verwaltungsstab wurde. Das...
  • Der entschiedenste Widerstand gegen den Nationalsozialismus ging in den Jahren 1930 bis 1934 in Celle von Mitgliedern der Kommunistischen Partei aus. Diese hatte in der Stadt Celle rund 350 Mitglieder und war 1933 mit zwei Bürgervorstehern im Stadtrat vertreten (Otto Elsner und Louis Schuldt). Bei der Kommunalwahl 1929 hatte sie 8,2 %, und bei der Wahl im März 1933 9,0 % der Stimmen erhalten....
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