Stationen

  • In Umsetzung ihrer Blut- und Boden-Ideologie hatten die Nazis ein besonderes Erbrecht für Bauernhöfe geschaffen. In Celle wurde die oberste Instanz der Erbhofgerichte für Preußen angesiedelt und im Celler Schloss untergebracht. Das Landeserbhofgericht wurde am 8. Februar 1934 in Anwesenheit von Hans Kerrl feierlich eröffnet. Celles Oberbürgermeister Meyer verlieh dem preußischen Justizminister...
  • Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war das Schloßtheater bereits seit 1889 aus feuerpolizeilichen Gründen geschlossen. Dass das Theater 1935 wiedereröffnet werden konnte, wurde als ein Erfolg des Nationalsozialismus dargestellt. Oberbürgermeister Meyer sagte, dass die Wiedereröffnung den „Willen des nationalsozialistischen Staates zur Wiederbelebung alter deutscher Kultur aller Welt...
  • Das Museum wurde 1892 als „Vaterländisches Museum“ eröffnet, der Neubau am heutigen Standort im Jahr 1907. 1928 wurde das Museum nach seinem ersten Direktor Wilhelm Bomann benannt. Bomanns Konzeption konzentrierte sich überwiegend auf das Gebiet der Lüneburger Heide, allerdings auch unter Berücksichtigung der Celler Stadtgeschichte, wobei er sich auch von einem damals weit verbreiteten „...
  • Bereits im November 1933 umriss die „Beratungsstelle für das Büchereiwesen in der Provinz Hannover“ die Aufgaben einer „Volksbücherei des neuen Staates“, in der „der Bibliothekar Volkserzieher und das Buch […] lediglich das Mittel zu seiner volkserzieherischen Tätigkeit“ sei. Diese „volkserzieherische“ Aufgabe bedeutete eine Zunahme von „Umfang und Verantwortung“ der Leiterin der Celler Bücherei...
  • Die NS-Frauenschaft war 1931 als Zusammenschluss verschiedener Verbände gegründet worden, eine Gliederung der NSDAP wurde sie 1935. Ihre Aufgabe war zum einen die ideologische Schulung der Frauen auf die ihnen im nationalsozialistischen Weltbild zugewiesene Rolle als Hausfrau und Mutter, zum anderen betätigte sich die Frauenschaft auf kulturellem und wohltätigem Gebiet.
  • Die SPD war in der Weimarer Republik in der Stadt Celle bis zum Aufstieg der NSDAP die stärkste Partei mit 30 bis 40 % bei den Wahlen. Sie verfügte über ein breites Vorfeld mit eigener Zeitung, der Celler Volkszeitung (CVZ), und einer ihr nahestehenden Vereinswelt (Freie Turnerschaft, Gesangsverein Thalia, Volksbühne, Arbeiter-Samariter-Bund).
  • Seit 1881 betrieb die Isidor Meyer im Gebäude Großer Plan 3 ein Wäsche- und Aussteuergeschäft, das im Laufe der Zeit zu einem regelrechten Kaufhaus, dem "Hamburger Engros Lager", wurde. Nachdem er das Nebengebäude erwerben konnte, ließ er 1905 an Stelle der zwei Fachwerkhäuser ein "imposantes und stilvolles Geschäftshaus" (CZ) errichten.
  • Seit 1932 betrieb Hans Salomon (geb. 1909), Sohn von Oskar Salomon, in der Poststraße 4 das Herrenmodengeschäft Hasall. In der Pogromnacht 1938 wurden auch bei Hasall die Fenster demoliert und Einrichtungsgegenstände und Waren auf die Straße geworfen. Hans Salomon wurde am 10. November 1938 verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht.
  • Seit 1910 bestand, zunächst in der Poststraße 4, dann ab 1914 in der Zöllnerstraße 35 und schließlich ab 1929 in der Poststraße 7, das Schuhgeschäft von Oskar Salomon (geb. 1878). Es führte die Schuhmarke Schloß-Stiefel wie auch die Herz-Stiefel des jüdischen Schuhfabrikanten Herz. Am 1. April 1933 war das Geschäft wie andere jüdische Betriebe von der Boykottaktion der NSDAP betroffen. In der...
  • Im Oktober 1922 eröffnete Siegfried Wolff in der Zöllnerstraße 44 sein Manufaktur- und Modewarengeschäft. In der Pogromnacht wurde das Geschäft völlig zertrümmert und geplündert. Vor dem Haus aufgetürmte Stoffe wurden von den Tätern angezündet. Wolff, der seit Dezember 1933 Erster Vorsteher der jüdischen Gemeinde war, kam ins KZ...
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