Baracken für französische Kriegsgefangene in der Kampstraße in Klein-Hehlen, Sommer 1942 / Foto: KrA Celle
Zwischen 1939 und 1945 arbeiteten fast 18.000 Zwangsarbeiter aus fast 30 Ländern im Landkreis Celle. Hier eine Aufnahme von Zwangsarbeiterinnen in Celle.

Zwangsarbeiterlager

Während des Krieges wurden Tausende von ausländischen Arbeitern in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Sie wurden - wie auch zahlreiche Kriegsgefangene - in der Rüstungsindustrie und der Landwirtschaft, aber auch in anderen Bereichen eingesetzt, wo sie den Platz der zur Wehrmacht eingezogenen deutschen Arbeitskräfte einnahmen.

Zwischen 1939 und 1945 arbeiteten fast 18.000 Fremdarbeiter und Kriegsgefangene aus fast 30 Ländern im Landkreis Celle, rund 3000 davon in der Stadt Celle. Etwa die Hälfte von ihnen stammte aus Polen, ein Drittel aus den verschiedenen Teilgebieten der Sowjetunion. Untergebracht waren sie zum größten Teil in Lagern und Sammelunterkünften, von denen es etwa 165 im gesamte Kreisgebiet und noch knapp 30 in der Stadt Celle gab.
In der Stadt Celle waren polnische Zwangsarbeiter zunächst in der ehemaligen Kegelbahn der Gaststätte Buschheuer in der Windmühlenstraße 95 untergebracht. Die 'Notgemeinschaft Celler Kohlenhändler' gründete in der Riemannstraße ein Lager für ihre polnischen Hilfskräfte. Nach eine Göring-Verfügung vom Oktober 1940 mussten die Zwangsarbeiter geschlossen untergebracht werden. In Celle richtete man daraufhin in der leerstehenden Claus-von-Pape-Halle an der Burgstraße ein bewachtes Lager für 170 Männer ein.
Mehrere größere Firmen machten in den Folgejahren eigene Lager auf. Berkefelds Zwangsarbeiter lebten im Gasthaus Schaper in der Heese 6. Die Spinnhütte hatte ein Lager direkt am Werk in der 'Bierwirths Wiese' und weitere Arbeiter im Werks-Sportheim an der Vorwerksgasse untergebracht. Ab 1942 lebten etwa 100 Frauen aus Russland und der Ukraine in diesem Sportheim.
Luhmann & Harling unterhielten eine Baracke neben ihrem Sägewerk 'Im Rolande'. Hostmann-Steinberg hatte an der Klein-Hehlener-Straße, dem heutigen Bremer Weg, zwei Baracken. Ein Arbeitskommando mit sowjetischen Kriegsgefangenen lag in Baracken bei der Heidekaserne, französische Gefangene in der Kampstraße, wo auch die Kreishandwerkerschaft eine Baracke unterhielt. Für etwa 60 polnische Arbeiter hatte die Reichsbahn ein Lager an der Güterbahnstraße 30 und weitere mit Russen und Ukrainern bewohnte Baracken im Mondhagen. Über eigene Lager verfügten auch die Stadtwerke und das städtische Tiefbauamt. Betriebslager gab es für die Hellman Ing. Bau, das Sägewerk Brundiers und Lucas am Holzhof, Emmerichs Forstbaumschulen an der Hannoverschen Heerstraße, ITAG an der Güterbahnhofstraße und OHE an der Biermannstraße.
Ab Juni 1941 gab die "Herberge zur Heimat" in der Bergstraße 42/43 warme Essen an polnische Arbeiter aus, zeitweise waren bis zu 70 Betten dieser eigentlich für bedürftige deutsche Männer bestehenden Einrichtung mit Fremdarbeitern aus Frankreich, den Niederlanden und Serbien belegt.
Im Winter 1942/43 entstanden auf einem Gelände an der Burgstraße weitere drei Mannschaftsbaracken und eine Wirtschaftsbaracke, die Platz für 500 polnische Zwangsarbeiter boten. Im Februar 1945 wurden noch zwei weitere Baracken aufgestellt, so dass die Briten im April 1945 etwa 1000 polnische Männer in den Baracken vorfand.

Karte
Zwangsarbeiterlager, Kampstraße, Celle, Deutschland
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