Das "Braune Haus", auf dem oberen Banner steht "Geschäftsstelle der NSDAP", unten wird für die "Niedersächsische Tages-Zeitung" geworben, deren Geschäftsstelle sich im Gebäude befand; Foto: RWLE Möller Stiftung.
Walther Pakebusch war bis 1942 der mächtigste lokale Nazi-Aktivist, er stolperte 1942 über eine Frauenaffäre und wurde aus der NSDAP ausgeschlossen.

"Braunes Haus"

Die NSDAP stellte in der Endphase der Weimarer Republik in mancher Hinsicht den "modernsten" Parteityp dar: Mit straffer Organisierung und einem ideologisch fundierten Welt- und Feindbild überflügelte sie die konservativen Wahlparteien. Ausdruck dieses kämpferischen Aktivismus war in Celle auch das Parteigebäude in der Kanzleistraße, das nach dem Vorbild der Münchner Parteizentrale "Braunes Haus" genannt wurde. Die NSDAP verdeutlichte mit diesem im Zentrum der Stadt gelegenen Blickfang für alle sichtbar in den Jahren 1932/33 mit Fahnen und Transparenten ihren Machtanspruch.

Als die NSDAP erstmals von hier aus den Reichswahlkampf im Juli 1932 bestritt, war sie im Stadtrat gerade mit zwei Mandatsträgern vertreten. Auch hatte die 1925 gegründete Ortsgruppe selbst Ende 1932 lediglich knapp 300 Mitglieder. Trotzdem erzielte die Partei mit 45,9 % ihr bestes Celler Wahlergebnis in freien Wahlen und den endgültigen Einbruch ins konservative Lager.

Bis zur Vereinigung der NSDAP-Kreise Celle-Stadt und Celle-Land am 1. Juni 1935 hatte Walther Pakebusch als Kreisleiter in der Stadt ein dichtes Organisationsnetz gesponnen. Der mächtigste lokale Nazi-Aktivist stolperte 1942 über eine Frauenaffäre und wurde aus der Partei ausgeschlossen

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"Braunes Haus", Kanzleistraße 1, 29221 Celle, Deutschland
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