16. November 2011 - 13:36 Uhr

Neuerscheinung: Kindermord und «Kinderfachabteilungen» im Nationalsozialismus

Kaelber, Lutz / Reiter, Raimond (Hrsg.): Kindermord und «Kinderfachabteilungen» im Nationalsozialismus. Gedenken und Forschung. (Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften). Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2011. 266 S., zahlr. Abb. und Tab., ISBN 978-3-631-61828-8 br., ISBN 978-3-653-00935-4 (eBook) - 39.80 EUR

Gerade erschienen ist unter der Mitherausgeberschaft des kürzlich verstorbenen Hannoverschen Historikers Raimond Reiter eine Aufsatzsammlung, die das Thema "Kinderfachabteilungen" in seinen vielseitigen Dimensionen dargestellt: "Dabei handelte es sich im Zweiten Weltkrieg um etwa 30 Tötungsstätten in der Psychiatrie und anderen Heileinrichtungen im «Großdeutschen Reich», in denen über 5.000 geistig und körperlich behinderte Kinder umgebracht wurden. Vorgestellt wird die aktuelle Gedenkkultur in diesem Bereich und es werden Fragestellungen der Forschung vorgestellt, die auch für andere Opfergruppen relevant sind. Weiterhin werden Details der NS-Verbrechen in den «Kinderfachabteilungen» dargestellt. Den Herausgebern ist es gelungen, fachkundige Autoren zu den Tötungsstätten in Hamburg, Lüneburg, Stuttgart, Waldniel, Wiesloch und auf dem Eichberg sowie einer Ausstellung zum Thema in Korbach zu gewinnen. Der Band ist mit zahlreichen Abbildungen ausgestattet." (Verlagstext)

Für den regionalgeschichtlichen Zusammenhang sind zwei Beiträge von Interessen. Zum einen sind drei Artikel von Andreas Babel über die Euthanasie-Ärztin Helene Sonnemann dokumentiert ("Der Fall Dr. Helene Sonnemann in Celle", S.217-228), zum andern beleuchtet ein Aufsatz von Marc Burlon die Tötungen in Hamburg-Rothenburgsort, der Arbeitssätte der späteren Leiterin der Celler Kinderklinik ("«Ein erlaubter nützlicher Akt ...». Die Tötungen in den Hamburger «Kinderfachabteilungen»", S. 77-90).

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