Gerichtsgefängnis

Der Weg in ein Zuchthaus, in ein Konzentrations- oder Erziehungslager führte in Celle zumeist über das Gerichtsgefängnis, dessen Gebäude zwischen Mühlenstraße und Schlossplatz in den 1980er Jahren abgerissen wurde.

In der Regel saßen die verhafteten Celler Kommunisten und Sozialdemokraten bis zu ihrer Verurteilung im Gerichtsgefängnis. Das "Namen-Verzeichnis zu den Gefangenenbüchern" belegt die Verfrachtung von Häftlingen in die Konzentrationslager Esterwegen, Lichtenburg, Papenburg, Oranienburg und Sachsenhausen. Bis zum Kriegsbeginn blieben dies aber Einzelfälle, dann häufen sich die 'Überführungen' in Konzentrationslager von 1939 (22), 1940 (20), 1941 (12), 1942 (27), 1943 (55), 1944 (194). Ab 1944 wurden regelrechte Sammeltransporte in Konzentrationslager durchgeführt. Die Namen Buchenwald, Neuengamme und Ravensbrück tauchten in den Büchern auf, Auschwitz wurde erstmals am 20. Dezember 1943 mit der Deportation einer polnischen Zwangsarbeiterin ins Vernichtungslager notiert.

Vor dem Lüneburger Belsen Prozess waren Angeklagte der SS-Wachmannschaften aus Bergen-Belsen im Celler Gerichtsgefängnis inhaftiert.

Literatur: Bertram o.J., 283-287; Möller/Polster 2003.

 

Vom Gerichtsfängnis ins KZ
Schloßplatz, 29221 Celle, Deutschland